
Der Wilde Westen fängt in Lehe an
Neue Linedance-Gruppe trainiert an der Langen Straße – Teenager und Rentner tanzen gemeinsam Von Yvonne Gotthardt
Lehe. Nein, Pferde stehen nicht vor ihrem „Saloon“, dem Deutschen Haus, aber drinnen geht es bei dem neuen Verein Seatown Linedance Company Bremerhaven doch so zu wie im Wilden Westen – zumindest, was Outfit und Tanz angeht. „Wir wollten uns neu erfinden“, nennt Vorstandmitglied Roswitha Abraham den Grund der Vereinsgründung. Tatsächlich sind unter den 32 Mitgliedern viele erfahrene Tänzer dabei, die bereits in anderen Clubs aktiv waren. Diese bringe der Verein unter einen Hut.Roswitha Abraham bleibt beim Thema: „Mein Westernhut ist noch mein erster“, sagt die Tänzerin – obwohl sie schon seit acht Jahren begeistert dem Tanz mit den amerikanischen Wurzeln fröhnt, hat sie noch keinen Ersatz gebraucht für ihre schmucke schwarze Kopfbedeckung. Schließlich wird der Westernhut nur immer dann herausgeholt, wenn es gilt, vor Publikum den „Irish Stew“, den „Dizzy“ oder den „Bomshel Stomp“ zu tanzen – und das tun die Linedancer gerne auf Straßenfesten, auf Feiern, wo immer sie gebucht werden. Tatsächlich brauche es nicht viel, um in den Kreis der Tänzer zu gelangen, wie der Vereinsvorsitzende Henry Wallburg versichert. „Man hat eine Erstausstattung, auf die man aufbaut“, sagt er. Der Stil: Stiefel, Weste, Hose und Hut in Schwarz, Hemd weiß. „Aber es bleibt individuell, auch beim Schmuck“, ergänzt Roswitha Abraham und zeigt ihre Gürtelschnalle mit Wolfsmotiv und ihre Kette mit einem Türkis. „Das ist indianisch“, sagt sie. Tatsächlich ist der Türkis ein auch von ihren Vereinskameraden gerne genommenes Accessoire. Die Altersspanne der Mitglieder reicht vom Teenager- bis ins Rentenalter, der Nachwuchs sollte jedoch mindestens zehn Jahre alt sein. „Dann kann das was werden“, sagt Roswitha Abraham, deren Leben nach eigenen Worten das Tanzen ist. „Das Gute ist, man kann beim Linedance beispielsweise auch ohne Partner tanzen“, ergänzt sie. Tatsächlich herrscht im Verein massiver Frauenüberschuss. „95 Prozent der Mitglieder sind weiblich“, sagt Henry Wallburg, der selbst dank seiner Freundin zum Westerntanz kam und sich jetzt eher hinter den Kulissen des Vereins als „Mädchen für alles“ betätigt, anstatt sich synchron zu „Whiskey in the jar“ auf dem Parkett zu bewegen. Die Gemeinschaft sei ein weiterer Anreiz für die Vereinsmitglieder der Company. „Uns ist Harmonie wichtig“, sagt Henry Wallburg. Das Training beginnt immer dienstags um 18.30 Uhr im Deutschen Haus an der Langen Straße.www.linedance-bremerhaven.de
Ein Hauch von Wildem Westen weht durch die Lange Straße, wenn die Seatown Linedance Company Bremerhaven zum Training anrückt.Foto asc
veröffentlicht am 14.07.2010
Quelle www.nordsee-zeitung.de
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